Übernahme der Relique
von Pfarrer Tobias Höck
Vom 16. bis 18. März machte sich eine kleine Pilgergruppe aus dem Seelsorgeraum Fügen–Ried–Kaltenbach–Uderns gemeinsam mit Pfarrer Tobias und Vikar Dominic auf den Weg nach Assisi. Anlass dieser besonderen Reise war die persönliche Übernahme einer Reliquie erster Klasse des heiligen Carlo Acutis, bestehend aus drei Haaren des Jungen, der im Alter von 15 Jahren an seinem Krebsleiden starb.
Bereits die Anreise über den Brenner und die Ankunft in den frühen Morgenstunden verliehen der Pilgerfahrt einen besonderen Charakter. Der erste Tag führte die Gruppe zur Kirche San Damiano, wo in ruhiger Atmosphäre innegehalten und Kraft geschöpft wurde. Am Nachmittag fand die feierliche Übergabe der Reliquie statt, gefolgt von einer gemeinsamen Messe am Abend.
Jubiläumsausstellung
800 Jahre Franz von Assisi
Ein weiterer Höhepunkt der Reise war der Besuch der besonderen Jubiläumsfeierlichkeiten rund um die Grabstätte des heiligen Franz von Assisi in Assisi. Im Rahmen dieser Feierlichkeiten war es den Pilgern möglich, den sterblichen Überresten des Heiligen in einer besonders eindrucksvollen und seltenen Form der Zugänglichkeit zu begegnen. Die intensive spirituelle Atmosphäre dieses bedeutenden Ortes sowie die Nähe zu einer der prägendsten Gestalten der Kirchengeschichte hinterließen bei der gesamten Pilgergruppe einen tiefen und bleibenden Eindruck.
Zusätzlich unternahm ein Teil der Gruppe die Wanderung zur Portiunkula, Santa Maria degli Angeli. Diese Kapelle war für Franz von Assisi von zentraler Bedeutung, denn hier gründete er seine Ordensgemeinschaft, lebte und betete – und fand schließlich auch seine letzte Ruhe.
Spirituelle Wege und atemberaubende Ausblicke in Assisi
Ein unvergesslicher Pilgertag voller Gebete und Natur
Am zweiten Tag teilte sich die Gruppe: Während ein Teil zusammen mit Pfarrer Tobias die verwinkelten Gassen von Assisi erkundete und die beeindruckende Kathedrale und Unterkirche mit den Gebeinenbesuchte, zog die andere Gruppe mit Alexandra Zingerle hinaus in die Natur.
Ziel waren die friedliche Einsiedelei Eremo delle Carceri und die imposante Rocca Maggiore, die hoch über der Stadt thronte. Bei strahlendem Sonnenschein, frischer Frühlingsluft und atemberaubenden Ausblicken legten die Teilnehmer bis zum Tagesende rund 20 Kilometer zurück – ein Tag voller Bewegung, Entdeckungen und unvergesslicher Eindrücke.
Diese Pilgerreise war für alle Beteiligten eine tief berührende Erfahrung, geprägt von Gemeinschaft, zahlreiche Gebete und unvergesslichen Momenten.
Alexandra Zingerle bedankt sich von Herzen, diese besondere Reise organisiert haben zu dürfen. Ein ebenso großer Dank gilt Pfarrer Tobias Höck und Vikar Dominic für die feierliche Gestaltung der heiligen Messen sowie Busfahrer Hansjörg Kreidl, der mit seiner umsichtigen und sicheren Fahrweise für eine rundum angenehme Reise gesorgt hat.
Carlo Acutis
Der „Cyber-Heilige“
Carlo Acutis wurde am 3. Mai 1991 in London geboren und wuchs in Italien auf. Schon früh zeigte sich seine besondere Beziehung zu Gott: Er besuchte regelmäßig die Messe, betete täglich den Rosenkranz und hatte ein großes Herz für Bedürftige.
Neben seinem tiefen Glauben zeichnete sich Carlo durch seine Leidenschaft für Computer und das Internet aus. Er nutzte seine technischen Fähigkeiten, um Glaubensinhalte zu verbreiten und Menschen näher an den Glauben heranzuführen. Besonders bekannt wurde seine Online-Dokumentation über eucharistische Wunder, die er weltweit zusammenstellte und digital zugänglich machte.
Carlo Acutis starb am 12. Oktober 2006 im Alter von nur 15 Jahren an Leukämie. Trotz seines jungen Alters hinterließ er ein beeindruckendes Zeugnis christlichen Lebens und wurde für seine Heiligkeit bekannt. Papst Franziskus bezeichnete ihn als „ein Vorbild für die Jugend im digitalen Zeitalter“.
Am 10. Oktober 2020 wurde Carlo Acutis in Assisi seliggesprochen – der erste Selige des 21. Jahrhunderts, dessen Leben ganz stark von der digitalen Welt geprägt war. Er gilt als Schutzpatron für Kinder und Jugendliche im Internetzeitalter und inspiriert Menschen weltweit durch seine Verbindung von Glauben und Technologie.
Sein Motto lautete: „Die Eucharistie ist mein Highway zum Himmel“, was seine tiefe Liebe zur Eucharistie unterstreicht und ihn zu einem besonderen Vorbild für junge Gläubige macht.
Franz von Assisi
800 Jahre
Im Jahr 2026 wurde ein besonderes Jubiläum gefeiert: 800 Jahre seit der ersten öffentlichen Ausstellung der Gebeine des heiligen Franziskus von Assisi vom 22. Februar bis 22. März 26. Franziskus, bekannt für seine Demut, seinen Einsatz für die Armen und seine tiefe Verbindung zur Schöpfung, wurde schnell verehrt.
Die Jubiläumsfeier in Assisi bot Gläubigen die Gelegenheit, diese Reliquien erstmals seit vielen Jahrhunderten wieder öffentlich zu verehren. Für Pilger und Besucher ist dies ein bedeutendes spirituelles Erlebnis: Es ermöglicht, die Nähe zu einem der bekanntesten Heiligen der Kirche zu spüren und seine Botschaft von Frieden, Nächstenliebe und Schöpfungsbewusstsein nachzuvollziehen.
Die 800-Jahr-Feier ist daher nicht nur ein historisches Ereignis, sondern ein Moment der Besinnung, der Inspiration und der Vertiefung des Glaubens, der Menschen aus der ganzen Welt nach Assisi zieht.